Mit der mittlerweile 27. Ausgabe des Konfliktbarometers setzt das HIIK seine jährlich erscheinenden Berichte zum weltweiten Konfliktgeschehen fort.

Das globale politische Konfliktpanorama war im Jahre 2018 von gegenläufigen Entwicklungen geprägt. Während die Anzahl an Kriegen deutlich zurückgegangen ist, stieg die Anzahl an begrenzten Kriegen wesentlich an. In Asien, Europa und Afrika südlich der Sahara deeskalierten Kriege, eben so wie in Myanmar, in der Ukraine, in der DR Kongo und im Südsudan. Konträr dazu intensivierten sich drei begrenzte Kriege zu Kriegen in der Region des Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), mit Eskalationen auf der Sinai Halbinsel in Ägypten, in der Region Afrin in Syrien und im Konflikt zwischen der Türkei und der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Trotz dieser Änderungen behielten viele Konflikte ihre Intensität bei, wie beispielsweise die Kriege in Syrien, im Jemen, in Afghanistan, in Libyen, in der Zentralafrikanischen Republik, in Somalia, in Nigeria, oder auch die begrenzten Kriege in Brasilien, in Kolumbien und auf den Philippinen. Wie in vergangenen Jahren repräsentierten innerstaatliche gewaltsame Krisen wie die Oppositionskonflikte in Venezuela oder in Nicaragua die am häufigsten vorkommende Konfliktart. Auch dieses Jahr war es dieser Konflikttyp, der die globale Konfliktlandschaft entscheidend prägte. Zusätzlich dazu waren 2018 auch interstaatliche gewaltlose und Krisen mittlerer Intensität, wie beispielsweise zwischen EU, USA et al. und Russland oder zwischen Indien und Pakistan, ein entscheidender Faktor. Schließlich zielten auch Friedensinitiativen, wie zum Beispiel zwischen Griechenland und Mazedonien, in Äthiopien oder im Südsudan darauf ab, den Weg für friedlichere zukünftige Beziehungen zu ebnen.

Zusätzlich zu den qualitativen und quantitativen Konfliktdaten ergänzt unsere im letzten Jahr eingeführte Kategorie der Spotlightberichte unsere Kernkompetenzen mit einer zielgerichteten Analyse von Themen, die mit politischen Konflikten zusammenhängen. Die Spotlights im Konfliktbarometer 2018 präsentieren sowohl regionale als auch globale Perspektiven. Die ersteren analysieren beispielsweise soziale Medien als Rekrutierungsstrategie von Islamisten in Indonesien und den transformierenden Einfluss von Friedensinitiativen am Horn von Afrika. Die letzteren zeigen zum Beispiel die Wichtigkeit eines genderspezifischen Verständnisses von Konflikten auf, befassen sich mit dem Teufelskreis zwischen Nahrungsmittelunsicherheit und Konflikt, oder führen im Detail auf, wie die Methodik des HIIK versucht, Konfliktdynamiken zu erfassen.

Der Konfliktbarometer 2018 kann hier heruntergeladen werden:

Das Konfliktbarometer ist ebenfalls als iOS App über den App Store verfügbar.

 

Der Vorstand möchte allen, die an diesem Bericht mitgewirkt haben, für ihren herausragenden Einsatz danken, vor allem während der letzten Phase der Redaktion. Ohne ihren Einsatz wäre eine solche Publikation nicht möglich gewesen. Wenn Zeitressourcen noch begrenzter als sonst wirken, wird ehrenamtlicher Einsatz für ein Projekt wie dieses noch außergewöhnlicher.

Der erweiterte Vorstand und die Chefredakteurinnen,
Marilena Geugjes, Marko Hermsen, Franziska Linke, Mayely Müller, Vincent Stüber, Emil Unrath

Heidelberg, Februar 2019